„Schnellschuss“ ist nicht gewollt

11. März 2010 von  

Die Brochterbecker Grundschule gehört zu den öffentlichen Gebäuden, die für eine Fotovoltaikanlage in Frage kommen. Foto: (-alv-)

Die Brochterbecker Grundschule gehört zu den öffentlichen Gebäuden, die für eine Fotovoltaikanlage in Frage kommen. Foto: (-alv-) © Westfälische Nachrichten - Alle Rechte vorbehalten 2010

Tecklenburg – Die Stadt kann jede zusätzliche Einnahmequelle brauchen. Und wenn sie sich gleichzeitig den Klimaschutz auf ihre Fahnen schreiben darf, dann kann es sich eigentlich nur um eine Maßnahme handeln, die zu befürworten ist. Im Prinzip haben die Kommunalpolitiker deshalb auch keinerlei Einwände gegen die Vermietung öffentlicher Dachflächen an ein Unternehmen, das dort Fotovoltaikanlagen errichtet. Einen Beschluss fasste der Haupt- und Finanzausschuss in seiner jüngsten Sitzung allerdings noch nicht. Die Politiker möchten Vergleichsangebote sehen.

Bürgermeister Stefan Streit hatte zuvor noch einmal die Vorteile für die Stadt hervor gehoben, wenn ein Unternehmen auf öffentlichen Dächern Solaranlagen betreibe. Das bedeute Einnahmen für die Stadt ohne Investitionen. Außerdem bestehe nach 20 Jahren die Möglichkeit, die Anlagen unentgeltlich zu übernehmen. Vorbehaltlich statischer und denkmalschutzrechtlicher Belange sei der Weg eigentlich geebnet, berichtete Streit dem Ausschuss.

Großes Interesse an den Tecklenburger Dächern hat die Firma Solartec. Deren Geschäftsführer Kai Zimmer war in der Ausschusssitzung zu Gast. „Wir mieten für mindestens 20 Jahre“, erläuterte er und gab gerne zu, dass man bemüht sei, mit Gemeinden ins Geschäft zu kommen. Tecklenburg sei dann eine Art Pilotprojekt.

Ob es das tatsächlich wird beziehungsweise mit welchem Unternehmen, das ist allerdings nach wie vor offen. Karin Flöttmann (Grüne) möchte zumindest drei Angebote von Firmen auf dem Tisch haben um zu sehen, wo es noch Spielräume gibt und was man geboten bekomme. „Der Markt ist heiß umkämpft“, gab sie zu bedenken. Ebenso wichtig ist ihr die Einbeziehung der Bürger. Es handele sich um eine Ortsbildveränderung. „Eine breite Akzeptanz gehört dazu.“

Auch Wolfgang Rath (CDU) will sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Er plädierte für eine nachhaltige Lösung. Deshalb gehört es für ihn dazu, dass das Thema unter Wettbewerbsgesichtspunkten näher beleuchtet wird. „Ich fühle mich etwas überfahren“, gab Rath zu. Er möchte jetzt einen Einstieg in die Diskussion und nicht mehr.

Der gleiche Tenor auch bei der SPD: „Wir müssen Vergleichswerte haben“, forderte Lothar Golde. Er möchte ebenfalls mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen und die Objekte benannt wissen, für die Solaranlagen in Fragen kommen.

Frank Stroot (CDU) ging noch einen Schritt weiter. Er möchte berechnet wissen, wies es aussieht, wenn die Stadt selbst aktiv wird, statt die Dachflächen an ein Unternehmen zu vermieten. Damit ging er auf den Denkanstoß seiner Fraktionskollegin Anja Karliczek ein, die von einer generellen Philosophie sprach. Saerbeck habe zum Beispiel eine eigene Energiegesellschaft gegründet, hatte sie angeführt und dazu aufgefordert, jetzt erst einmal in Ruhe zu rechnen.

Quelle: WN vom 26.02.2010

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